Emissionsarme Logistik: Stadt Köln plant Mikrodepot in Köln-Deutz

Ein in Bezug auf die Größe, die Lage und die Zusammensetzung der Beteiligten bundesweit einzigartiges Projekt möchte die Stadt Köln gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG und weiteren Logistikunternehmen in Köln-Deutz realisieren: Ein Mikrodepot am Ottoplatz soll Lieferdiensten eine emissionsarme Zustellung von Paketen und sonstigen Waren auf der sogenannten "letzten Meile", dem finalen Teil eines Transports bis zur Haustür des Kunden, ermöglichen.

Am Ottoplatz in Köln-Deutz soll ein Mikrodepot entstehen (Bild: Adobe Stock).

Die Verwaltung hat jetzt eine Vorlage zur Errichtung des Mikrodepots in den Gremienlauf gebracht. Sie wird in diversen Ausschüssen sowie in der Bezirksvertretung Innenstadt behandelt, Beschlussorgan ist am Ende der Rat. Als Standort für das Mikrodepot ist die öffentliche Parkplatzfläche östlich des Ottoplatzes vorgesehen. Es soll Unternehmen unterschiedlicher Größe als Umschlagsfläche und im Tagesverlauf als Zwischendepot dienen und eine weitestgehend emissionsfreie Zustellung von Waren und Paketen ermöglichen. Neben Paketlieferdiensten und Fahrradlogistikern haben beispielsweise auch Startups aus den Bereich nachhaltige Lebensmittellieferung konkretes Interesse an der Nutzung geäußert. Die rund 1.100 Quadratmeter große Fläche wird mit zwei Leichtbauhallen sowie den dazugehörigen Einrichtungen, beispielsweise Abstellcontainer für Lastenfahrräder, bebaut. Aufgrund vielfältiger Baumaßnahmen im Umfeld des Standortes steht die Fläche nur für einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung. Im Anschluss daran kann das Mikrodepot an anderer Stelle errichtet werden. Anhand der Erfahrungen in diesem Pilotprojekt sollen weitere Standorte für Mikrodepots ermittelt werden.

Klimatische Auswirkungen
Durch die Einrichtung eines Mikrodepots und den Einsatz emissionsarmer Fahrzeuge bei Zustellungen und Abholungen im Projektgebiet Deutz/Kalk werden durch eine Reduzierung der Fahrleistungen mit herkömmlichen Zustellfahrzeugen Emissionseinsparungen – Lärm, Luftschadstoffe (NOx), Treibhausgase (CO2), Feinstaub (PM = „particulate matter„, Kategorisierungseinheit für Partikel in der Luft) – sowie eine Verbesserung des Verkehrsflusses erwartet. Für das Gesamtprojekt wird eine jährliche Ersparnis von rund 125 Tonnen CO2-Äquivalent kalkuliert.  

Betreiberin des Mikrodepots
Als Betreiberin des Mikrodepots ist die Deutsche Bahn AG (DB) vorgesehen, die sich für die Übernahme der Betreiberschaft zunächst für mindestens 18 Monate bereit erklärt hat. Mit dem Beschluss wird die Verwaltung ermächtigt, Verhandlungen mit der DB zu führen und einen Vertrag über den Betrieb abzuschließen.

Das Projekt ist Teil des im September 2019 unterzeichneten „Smart City Memorandum of Understanding(MOU)“ zwischen der Stadt Köln, der Deutschen Bahn AG und der Nahverkehr Rheinland GmbH. Die Vertragspartner haben die Absichtserklärung aufgrund der Interessenslage, gemeinsame Initiativen zur Optimierung der urbanen Mobilität und Logistik, des Mobilitätsmanagements sowie der besseren Vernetzung von Bahnhöfen, Mobilität und Infrastruktur umzusetzen, geschlossen. Gemeinsam wurde unter anderem ein Konzept für Mikrodepots erstellt, von denen aus Pakete und sonstige Waren mit Hilfe von emissionsarmen Kleinstfahrzeugen (beispielsweise Lastenfahrräder) ausgeliefert werden.

Eine Inbetriebnahme ist – vorbehaltlich der politischen Zustimmung sowie der erforderlichen Genehmigungen – für 2023 geplant. Bei der Deutschen Bahn ist die Initiative Smart City | DB verantwortlich für die Planung und Umsetzung aller Maßnahmen. Smart City | DB arbeitet an Lösungen für eine nachhaltige Stadt und möchte den Lebensalltag von Reisenden und Stadtbewohner*innen durch intelligente und umweltfreundliche Angebote vereinfachen.

Kosten und Fördermittel
Die Kosten für die Planung und Einrichtung des Mikrodepots sind mit insgesamt 717.000 Euro brutto kalkuliert. Die Stadt Köln hat einen positiven Förderbescheid nach der Förderrichtlinie „Städtische Logistik“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr erhalten. Die Fördersumme beträgt rund 350.000 Euro.

Beschlüsse zur Ausweitung des emissionsarmen Lieferverkehrs
Mit dem Beschluss zum Luftreinhalteplan und dem Beschluss des Green City Masterplans vom 11. September 2018 wurden Maßnahmen beschlossen, die auf eine Ausweitung des emissionsarmen beziehungsweise emissionsfreien Lieferverkehrs abzielen. Besonderer Bedeutung wurde in diesem Zusammenhang der Maßnahme Nr. 5.2 („Förderung emissionsarmer bzw. emissionsfreier Lieferverkehr – Mikrodepots) beigemessen.

Weitere Informationen zum geplanten Mikrodepot in Köln-Deutz können hier entnommen werden.

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