Nahwärmenetz der AVG Köln

Flüchtlingsheim der Stadt Köln und die „Kantine“ erhalten klimafreundliche Wärme

 

Die AVG Ressourcen, Betreiberin der größten Aufbereitungsanlage für die stoffliche und energetische Verwertung von Altholz in der Region, ist zum klimafreundlichen Wärmelieferant geworden. Seit April 2017 betreibt sie an ihren Standort Niehl in der Geestemünder Straße ein Wärmenetz für die eigenen Betriebsgebäude sowie die umliegenden Institutionen wie ein Flüchtlingsheim der Stadt Köln, die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB), die Kultureinrichtung „Kantine“ und die Feuerwehr.

Zentrales Herzstück ist ein Holzhackschnitzelkessel, der mit Qualitätsholzhackschnitzeln aus der Altholzverwertung betrieben wird. Als Rohstoff kommen unbehandelte Vollholzsortimente wie Paletten zum Einsatz, aus denen ein hochwertiger klimaneutraler Brennstoff erzeugt wird. Für die Wärmeproduktion werden insgesamt ca. 350 – 400 Tonne Altholz pro Jahr benötigt. Der gesamte Wärmebedarf von rund 1,2 Millionen Kilowattstunden im Jahr entspricht dabei dem von ca. 48 Einfamilienhäusern.

„Mit diesem Projekt zeigen wir, dass unsere Altholzhackschnitzel ein idealer Brennstoff für Heizanlagen sind. Altholz ist in Köln in großen Mengen verfügbar, verbrennt nahezu rückstandsfrei und hat durch den Einsatz von Filtertechnik Emissionswerte, die mit modernen Öl- und Gasheizsystemen vergleichbar sind“, erläutert Patrick Dowe, Projektleiter der AVG Ressourcen. „Insgesamt also eine saubere Sache. Ein Brennstoff aus der Stadt für Wärme in der Stadt“.

Die angeschlossenen Wärmeabnehmer benötigen keinen Schornsteinfeger oder Installateur mehr. Die Brennstoffbestellung entfällt ebenso wie die Wartung und Instandhaltung von Heizungsanlagen. Hinzu kommt noch die Platzersparnis, da kein Heizungskeller mehr notwendig ist. Und schließlich entfallen bei den angeschlossenen Partnern die Investitionen in Heizungsanlagen.

Auch finanziell profitierten die Beteiligten. Allein die Stadt Köln spart durch den Anschluss des Flüchtlingsheims rund 50.000 Euro jährlich an Heizkosten.

„Es wäre schön, wenn dieses Modell der Wärmelieferung in Köln Schule macht. Überall dort, wo dezentrale Wärmeversorgung gefordert ist, kommt solch ein Nahwärmenetz in Frage“, so Patrick Dowe. Ein solches System ist für Neubaugebiete ebenso denkbar wie für Schulen, Industriebetriebe oder Gewerbegebiete.

Insgesamt sind rund 600 Meter Leitungen verlegt worden. Wurden die Einrichtungen vorher mit älteren Gas- und Stromheizungen betrieben, profitieren sie jetzt von der klimafreundlichen Wärme aus Altholz. Dank des Austauschs der Heizungen spart die AVG rund 500 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Durch den Einsatz moderner und zusätzlicher Filtertechnik optimiert die AVG außerdem die Entstaubung in der Anlage. So liegen die Feinstaubemissionen in Niehl 95 Prozent unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert.

Nahwärmenetz der AVG Köln